Premiere geglückt: Versatility Ranch Horse auf der Q14, ein Bericht von Carola Steen

Lange hatte man auf diesen Tag hingearbeitet und auch ein wenig gezittert – dann war es endlich soweit: Am Mittwoch, dem 15. Oktober 2014, trafen die ersten Mitglieder des Ranchhorse-Vereins ein, um auf dem traditionsreichen Gelände in der Aachener Soers mit Trucks, Trailern und Womos den zugewiesenen Platz einzunehmen. Theo Schürmann hatte in Zusammenarbeit mit Hermann Kathmann dafür gesorgt, dass zwischen den Stallgebäuden 4 + 5 alle Ranchhorse-Mitglieder ihre Wagenburg aufbauen konnten. Ebenso konnte das Ranchhorse-Zelt an dem „Verkehrsknotenpunkt“ des Außengeländes aufgebaut werden – es wurde während der nächsten Tage der ultimative Treffpunkt.

Dann wurde es ernst: Am Freitag sollte der Versatility Ranch Horse Wettbewerb mit dem Ranch Horse Trail beginnen. Zusammen mit Micky Kayser und Hermann Kathmann mussten die Hindernisse aufgebaut werden, die natürlich ganz in der Tradition aus möglichst vielen Naturmaterialien bestehen sollte. Ein „Hingucker“ war auf jeden Fall der „Wald“ bestehend aus vielen Ästen, die an einem Gerüst hingen und von den Reitern durchquert werden musste. Eine Herausforderung war auf jeden Fall der Balken (ca. 60 kg!), der in einer Acht durch eine Stangengasse gezogen werden musste. Hier zeigte sich ganz klar: Nur wenn Reiter und Pferd als Team und mit der nötigen Erfahrung zusammenarbeiten, kann die Aufgabe bewältigt werden. Die Zuschauer quittierten fachkundig jede gelungene Aktion mit Applaus. Anschließend wurde – wie immer – die Ranch Riding geritten und nach der ersten Siegerehrung der VRH wurde die Ranch Conformation vorgezogen. Diese Prüfung sorgte – ebenfalls wie immer – für Kopfschütteln bei Teilnehmern und Zuschauern aufgrund der Richterentscheidungen. Wenn diese Prüfung (wie angekündigt) im nächsten Jahr wegfallen sollte, wird dem keine Träne nachgeweint.

Der erste Turniertag war geschafft und jedem war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, doch die Feier war noch eher verhalten; denn erst die zwei Rinderdisziplinen am folgenden Samstagabend würden die Entscheidung bringen. Außerdem sorgten die neuen Bestimmungen seitens des Veterinäramts in NRW für nicht geplante Organisationsprobleme. U.a. mussten die Ecken in der Arena zusätzlich abgepolstert werden, im Vorfeld musste ein spezieller Ansprechpartner (in diesem Fall war es Markus Rensing von der DQHA) mit seiner Unterschrift dafür Sorge tragen, dass die Rinder entsprechend betreut werden usw. Es würde hier gar nicht der Platz ausreichen, um alle Vorschriften aufzuzeichnen – für die Zukunft bedeutet das, dass Veranstaltungen mit Rinderdisziplinen noch aufwendiger werden als sie ohnehin schon sind. Die DQHA ließ durch den Sprecher immer wieder verlauten, dass es insbesondere durch die Zusammenarbeit mit dem Ranchhorse-Verein möglich war, eine Versatility auf einer Q zu zeigen! Mit einer leichten Verspätung startete die Ranch Horse Cutting-Prüfung in der prall gefüllten Albert-Vahle-Halle. Selbst die Richter-Teams waren von der Superstimmung beeindruckt und das Publikum verfolgte mit Spannung und viel Applaus das Cutting und die sich anschließende Working Ranch Horse. Die Rinder waren – um es mal einfach auszudrücken – wild und teilweise sehr selbstbewusst. Martin Schemuth legte mit seinem Shiners Red Pepper einen guten Run vor und dann passierte das erste Malheur des Abends: André Weber bekam sein nummeriertes Rind zugewiesen und konnte dieses nicht in der Herde entdecken. Die Farbe der Nummern hatte sich die Rinder vermutlich abgerieben und sie waren teilweise nicht mehr erkennbar. Die Zeit verging und es wurde abgepfiffen – was nun? Die Richter mussten sich beraten und entschieden sich dafür, dass André ein zweites Rind arbeiten konnte. Viel Applaus vom Publikum und weiter ging es ohne Zwischenfälle und mit guten Cutting-Runs. Unterstützung bekam der Ranchhorse-Verein von der Lowland Cutting Tour (Paul Derrez und seine Crew), die als Cornerman und Herdholder fungierten und vorab die Herde settelten – Danke dafür!

Um kurz nach halb Zehn startete die Working Cowhorse-Prüfung – hier wurden die Teilnehmer von den Rindern richtig herausgefordert. Es gab zwar die eine oder andere phlegmatische „Kuh“, doch die meisten waren schnell und verloren auch den Respekt vor den Pferden. Ebenso hatte der Hallenboden seine Tücken – Dieter Randecker stürzte in der Fence Work vor dem Turn, weil seine Stute GB Naomy Jac ausrutschte.  Gottseidank ist den beiden nichts Schlimmeres passiert. Der zweite Sturz wurde durch ein Rind verursacht, das sich Friederike Brallentin und ihrem Pferd I Like Yellow Roses in den Weg stellte – auch hier sind beide mit dem Schrecken davon gekommen. Shiners Red Pepper und Martin Schemuth ließen sich – wie gewohnt – den Schneid nicht abkaufen und haben die „Kuh gerockt“, aber auch Marsha Stein und ihre Lady Smoke N Glo lieferten eine beachtliche Vorstellung, so dass das Endergebnis entsprechend ausfiel: In Show 1 war Marsha auf dem ersten Platz und in Show 2 bekam Martin die blaue Schleife. Dann – zu später Stunde – war die Spannung auf dem höchsten Punkt: Wie würde das Gesamtergebnis ausfallen? Es ging einmal um die Podiumsplätze für die Versatility Ranch Horse Shows und die Kürung zum Deutschen Meister Open und Amateur.

The Winner is: Show 1 Amateur und Open auf der Q14 wurde Marsha Stein mit Lady Smoke N Glo; in der Show 2 Amateur und Open hieß der Sieger Martin Schemuth. Dann musste noch mal genau gerechnet werden; denn es ging um die errittenen Punkte aus allen Prüfungen. Deutscher Meister in der Versatility Ranch Horse Amateur und Open wurde Martin Schemuth und Shiners Red Pepper. Nach der letzten Siegerehrung trafen sich alle – Reiter, Helfer, Fans und der DQHA-Vorstand im Zelt und es wurde (erwartungsgemäß) eine lange Nacht.  Am Sonntagabend sollte es nochmal in der Senior Working Cowhorse-Klassen spannend werden. Oliver Stein dominierte mit Wright To Reign (Bes.: S W Hagenbeck) ganz klar diese Prüfung, aber Martin Schemuth und André Weber folgten ihm dicht auf – das bedeutete jeweils im Wechsel für Show 1 + 2 den Titel Reserve Champion für beide Ranchhorse-Mitglieder.

Sämtliche Platzierungen (Amateur und Open) sind unter folgenden Links zu sehen:
Ergebnis Versatility Ranch Horse, Gesamt
Ergebnis Versatility Ranch Horse, Ranch Trail
Ergebnis Versatility Ranch Horse, Ranch Riding
Ergebnis Versatility Ranch Horse, Ranch Cutting
Ergebnis Versatility Ranch Horse, Working Ranch Horse
Ergebnis Versatility Ranch Horse, Ranch Conformation

Ergebnis Senior Working Cowhorse

Das erste Fazit nach dieser Q14: Wie es nicht anders zu erwarten war, gibt es das eine oder andere zu verbessern, aber insgesamt haben alle ein sehr positives Feedback bekommen – vom Publikum, von anderen Teilnehmern und von den Verantwortlichen der DQHA. Ein großes „Danke schön“ geht an Michaela Kayser und Hermann Kathmann, die unermüdlich mit Rat und Tat zur Seite standen, an Markus Rensing, der mit seiner Unterschrift für die Rinderbetreuung verantwortlich zeichnete, an die vielen helfenden Händen des Ranchhorse-Vereins an den vier Turniertagen, und natürlich an Theo Schürmann, der schon Wochen im Voraus und vor Ort dafür sorgte, dass alles reibungslos verlaufen konnte und sich somit den „Goldenen Fuchsschwanz“ des Ranchhorse-Vereins mehr als verdient hat.

Bildergalerien:

Q14 – Versatility Ranch Horse, Bilder vom 16.10.2014

Q14 – Versatility Ranch Horse, Bilder vom 17.10.2014

Q14 – Versatility Ranch Horse, Bilder vom 18.10.2014

Q14 – Senior Working Cowhorse, Bilder vom 19.10.2014

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